Filmfestivals

Ein Festivalprogramm sieht zufällig aus und ist es nie. Aus mehreren tausend Einreichungen bleiben ein paar Dutzend, und die werden so angeordnet, dass sie sich gegenseitig etwas sagen. Ein harter Film nach einer Komödie wirkt anders als derselbe Film am Vormittag.

Die Auswahl trifft eine kleine Gruppe von Sichtern, die über Wochen nichts anderes tut. Vieles scheitert früh an Handwerk – Ton, Schnittlänge, ein Anfang, der zehn Minuten braucht. Was übrig bleibt, wird nach Abschnitten sortiert: Wettbewerb, Reihen, Sondervorführungen.

Ein Preis ist in erster Linie Aufmerksamkeit. Für kleine Produktionen kann er über einen Verleih entscheiden und damit darüber, ob der Film überhaupt jemand sieht. Als Urteil über Qualität taugt er weniger, denn jede Jury ist eine Momentaufnahme aus fünf oder sieben Meinungen.

Für Besucher lohnt sich der Blick in die Nebenreihen. Dort laufen die Arbeiten, die noch keinen Namen haben, meist in kleinen Sälen und oft in Anwesenheit der Beteiligten. Das Gespräch danach ist häufig der bessere Teil des Abends.